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Landsknechte in Gammertingen und Umgebung

Im Sommer 1632 kamen zum ersten Mal schwedische Truppen in unsere Gegend. Die Burg in Veringenstadt wurde verbrannt, diese Truppen unter der Führung des schwedischen Kapitäns Adam Rost besetzten die Herrschaft von Gammertingen. Das Kloster Mariaberg, unweit von Gammertingen gelegen, wurde zu dieser Zeit drei mal ausgeplündert.

Im Jahre 1633 überfielen und besetzten württembergische Truppen das Kloster, die ansässigen Nonnen mussten das Kloster verlassen und kamen in den umliegenden Ortschaften unter. Nach einer 2-jährigen Belagerung der Herrschaft Gammertingen, in der das Volk übel ausgebeutet wurde, wurden die Besatzer von den Kaiserlichen Truppen vertrieben.1634 hatte Graf Piccolomini die Befehlsgewalt. Die Herrschaftlichen unter Johann Christoph Speth kehrten wieder nach Gammertingen zurück

Da in der Gegend immer wieder Soldaten umher streiften und plünderten, musste sich das Kloster Mariaberg, Salvaguarden (eine Schutzwache) bei den umliegenden Truppenteilen, meist Dragonerregimenter, bestellen. Für diesen Schutz wurden mindestens 4 Mann benötigt, diese kostete dem Kloster eine Menge Geld. Die Salvaguardisten mussten den Konvent, bei jedem Wetter, so auch im Winter, wo Ihnen manchmal die Kleider auf den Leib anfroren, vor herannahenden Plünderern und Brandschatzer warnen. Somit konnten sich die Frauen rechtzeitig mit Vieh und sonstigem in Sicherheit bringen.

Um 1640 fielen über 100 Reiter ins Kloster ein (sie kamen wahrscheinlich von Trochtelfingen, eine Hauptstation der Schweden), metzelten die Salvaguarde Wachen nieder und nahmen das Hab und Gut der Nonnen an sich. Die Frauen sprangen in Ihrer Not über den 50 Meter hohen Fels hinab zur Lauchert. Im Fallen hielten sie sich an Hecken und Gestrüpp fest und wie durch ein Wunder kam dabei keine ums Leben.

Die Verteidigung des Klosters Mariaberg durch die Schutzwachen bildet den historischen Hintergrund der heutigen Darstellung des Fanfarenclubs mit seinen Landsknechten und dem Bauerntross.